Laura Kneidl – Berühre mich. Nicht. (Rezensionsexemplar 2018)

Laura Kneidl | Berühre mich. Nicht. | | Lyx Verlag | Taschenbuch

Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte. Doch dann traf sie ihn …

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint, und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen …

Wo fange ich an….
„Berühre mich. Nicht.“ ist ein Buch, das gerade in aller Munde ist und von vielen als DAS BUCH beschrieben wird. Eigentlich wollte ich es zuerst gar nicht lesen, aber der Klappentext sprach mich an und so habe ich mich zu einer Leserunde auf Lovelybooks beworben. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich gewinne, denn es haben sich sehr viele beworben. Aber ich hatte Glück und so kam das Buch vor zwei Tagen bei mir an.
Die ersten Seiten habe ich am Freitag auf den Weg von der Schule nach Hause gelesen. Am Samstag wollte ich eigentlich weiterlesen, habe es dann aber total vergessen. Also habe ich heute weiter weitergelesen und wie soll ich sagen – ich habe es bis zum Ende durchgelesen.

Das Buch liest sich sehr flüssig und die verschiedenen Thematiken, welche die Autorin in diesem Buch aufgreift, sind nicht leicht zu verdauen.
Sage leidet unter Angststörungen. Den eigentlichen Grund dafür, warum sie diese hat, will und kann ich euch nicht schreiben, denn dann würde ich euch Spoilern. Aber es hat etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun und als ich es gelesen habe, was der genaue Grund war, dass sie immer wieder solche Angst vor bestimmten Dingen hat, war ich sprachlos.

Es gibt nicht viele Autoren, die dieses Thema aufgreifen und das Laura Kneidl dies getan hat, ließ mich für einen Moment innehalten. Es ist kein Thema, das man so nebenbei bespricht, sondern eines, das oft genug vorkommt oder das wir es auch manchmal in den Medien sehen oder lesen. Dennoch verschließen viele Frauen, Mütter oder Freunde die Augen davor. Niemand will sehen, dass so etwas geschieht – nicht in der unmittelbaren Umgebung.

Natürlich hat Sage versucht, ihr Leben irgendwie auf die Reihe zu bekommen, aber mit dieser Vergangenheit, mit diesen Ängsten, gelingt es ihr nicht immer alles zu kontrollieren. Dennoch überwindet sie einen Teil ihrer Angst und besucht ihren ersten Collegekurs – Psychologie. Ihr Professor ist streng, was das Wissen und Lernen angeht und Sage weiß, dass sie sich anstrengen muss. Dennoch plagt sie immer wieder ihre Angst und es kostet sie sehr viel Mühe, still sitzen zu bleiben.

Da sie ohne Geld in Nevada ist, benötigt sie einen Job und bewirbt sich daher in der Bibliothek. Sie bekommt den Job und ist froh, dass sie im Kellerarchiv alleine ist. Tja, das dachte sie bis zu dem Moment, als Luca vor ihr steht.
Für Sage die reinste Katastrophe und sie will nichts weiter als wegzulaufen, aber das kann sie nicht, denn sie ist auf das Geld angewiesen und so ringt sie mit ihren Gefühlen, Gedanken und vor allen mit ihren Ängsten.

Doch ganz alleine ist Sage auch in Nevada nicht. Sie lernt April an ihrem ersten Tag kennen und freundet sich mit ihr an. April ist in Sages Augen wunderschön und verdreht den Männern reihenweise den Kopf. Für April ist dies nichts Neues, denn sie studiert Mathe und Physik und in diesen Studiengängen sind fast nur Männern eingeschrieben.

Zwischen den Beiden entsteht eine wunderbare Freundschaft und ich finde, dass April eine richtig gute Freundin für Sage ist. Sie bemerkt, dass etwas mit ihrer Freundin nicht stimmt, drängt sie aber nicht zum Reden. Das hat mir an April besonders gut gefallen.
Auch Luca gefiel ich von Anfang an gut. Mit seinen Tattoos und seiner groben Ausstrahlung war er der Bad-Boy schlechthin. Aber oft trügen ja die ersten Leseeindrücke und er war das genau Gegenteil. Sanft, freundlich und voller Sorge um Sage.

Was mich positiv an dem Buch überrascht hat war, dass die Psychologie sowie die Thematik im Vordergrund waren. Für mich sind diese Bücher ganz oft 0-8-15 Romane, wo alles schon vorauszusehen ist. Hier aber wurde ich von dem Ende so sehr überrascht, dass ich mit dem zweiten Band sofort beginnen musste.

Für mich zählt dieses Buch zu meinen Januar 2018 Highlight.

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